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Archiv: ACAB

Eine Woche ist es nun her, hier einige interessante Presseartikel:

Die Mitteldeutsche-Zeitung schrieb:

Fan-Gewalt in Halle schockt Fußballbund
Rund 50 Täter hatten Polizisten in Hinterhalt gelockt - DFB spricht von einmaligem Vorgang
VON CHRISTIAN SCHAFMEISTER, 28.09.09, 15:45h, aktualisiert 30.09.09, 20:58h

HALLE/MZ. Die geplanten Attacken gewaltbereiter Fußballfans gegen die Polizei am vergangenen Wochenende in Halle sind aus Sicht des Deutschen Fußballbundes (DFB) bislang einmalig in Deutschland. “So etwas haben wir das erste Mal erlebt”, sagte DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger am Dienstag der MZ. Laut Polizei hatten mehr als 50 Gewalttäter nach dem Regionalligaspiel Halle gegen Magdeburg die Beamten in einen Hinterhalt gelockt und danach aus mehreren Richtungen angegriffen. 16 Polizisten wurden verletzt (die MZ berichtete). “Das Feindbild Polizei wird massiver, das bereitet uns Sorgen”, erklärte Stenger.
Das bestätigt Halles Innendezernent Bernd Wiegand. “Die Angriffe gegen Polizisten und andere Ordnungskräfte haben zugenommen.” Im konkreten Fall hatten die Täter eine Auseinandersetzung rivalisierender Fangruppen vorgetäuscht, um danach die angerückte Bereitschaftspolizei anzugreifen. “Das war von langer Hand geplant und steht für eine neue Dimension der Gewalt.” Auch Martin Krems, Sprecher des Magdeburger Innenministeriums, erklärte, es sei nur darum gegangen, “Beamte zu verletzten”.
Für den Gewaltforscher und Soziologen Gunter Pilz spiegelt der Übergriff einen deutschlandweiten Trend wider. “Immer häufiger werden Polizisten Zielscheibe und Opfer von Gewalttaten”, betonte der Wissenschaftler der Universität Hannover. Oft handele es sich um Personen, die Stadionverbote hätten und daher Auswärtsspiele für die Taten auswählten. Laut Polizei gibt es im konkreten Fall sogar einige Hinweise, dass sich Fans von unbeteiligten Vereinen an den Krawallen beteiligt haben.
Der Polizei empfiehlt Pilz auch Konfliktmanager einzusetzen. In Fanblöcken könnten diese einen Einsatz der Polizisten ultimativ androhen. Das schrecke nicht nur ab, sondern schaffe bei friedlichen Fans auch mehr Akzeptanz für den Fall, dass doch ein hartes Durchgreifen erforderlich sei. “Bis zu 80 Prozent der Einsätze sind danach nicht mehr nötig gewesen”, sagte Pilz zu Erfahrungen in Niedersachsen. “Entscheidend ist, wie das Umfeld einen Einsatz interpretiert.”

Darauf, dass friedliche Fans die Gewalt verurteilen und sich von den Tätern im Stadion distanzieren, setzt Michael Schädlich, Präsident des Halleschen FC. “Wir dürfen nicht zurückweichen.” Es müsse allen klar sein, dass die Chaoten “den Fußball bloß als Bühne nutzen”. Komme es zu einer Eskalation, schade dies Fans und Verein. “Uns droht jetzt wieder mindestens eine saftige Geldstrafe durch den DFB.”

Und so schreibt der MDR:

Derby mit heftigen Nachwehen

Das Sachsen-Anhalt-Derby zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg am vergangenen Sonnabend ist von beiden Seiten als tolles Fußballspiel eingeschätzt worden. Die Nachwehen des 1:1 haben es allerdings in sich. HFC-Fans sollen Polizisten überfallen haben. Und auf dem Bahnhof gab es Prügeleien zwischen FCM-Fans und Polizei.
HFC - FCM, Spielunterbrechung; Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Spielunterbrechung wird dem HFC wieder Geld kosten.

HFC-Vizepräsident Jörg Sitte ist sich sicher: “Im Stadion war es das friedlichste Derby, an das ich mich erinnern kann. Tolle Atmosphäre, toller Schiedsrichter. Das war ein tolles Fußballfest.” Selbst die kurze Spielunterbrechung in der 70. Minute konnte den positiven Gesamteindruck nicht schmälern. Ein Böller war aus dem HFC-Fanblock geworfen worden und neben dem Schiedsrichter-Assistenten explodiert. Die erste Strafe für den Knaller-Wurf kam schnell. So waren sich beide Trainer hinterher einig, dass die Spielunterbrechung beim Stand von 1:0 für Halle nur den Magdeburgern genutzt hat. Eine Geldstrafe wird auch kaum zu vermeiden sein.
HFC - FCM, Fanblock; Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
So sehenswert friedlich war es nur im Stadion.
HFC-Fans überfallen Polizisten

Massive Gewalt gab es dann nach der Partie. Wie die Polizei mitteilte, wurden Beamte von Hallenser Anhängern gezielt überfallen. Den Angaben zufolge wurden zuerst Feuerwerkskörper entzündet. Dann habe eine größere Personengruppe eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Fans vorgetäuscht. Nach MDR-Informationen wurde der Überfall, an dem auch Fans anderer Vereine beteiligt gewesen sein sollen, speziell vorbereitet. Augenzeugen berichteten, im Vorfeld seien Steine in Mülltonnen und Zaunslatten im Gebüsch deponiert worden. Als Polizeibeamte einschreiten wollten, seien sie von den zum Teil vermummten Personen “gezielt und geschlossen” angegriffen worden. Zu diesen Vorkommnissen sucht die Polizei nach Zeugen. Es wird wegen Landfriedenbruchs ermittelt.

Der Hallesche FC spricht von “verachtenswürdigen Vorfällen im äußeren Umfeld des Kurt-Wabbel-Stadions” und weist darauf hin, dass die rücksichtslosen Angreifer auch unbeteiligte HFC-Fans verletzt hätten. Man wolle gegen ermittelte Täter die “höchstmöglichen, bundesweit gültigen Stadionverbote” aussprechen. Als weitere Konsequenz sind bei Heimspielen künftig nur noch “Fanclub-Banner bzw. Zaun- und Schwenkfahnen von den am jeweiligen Spiel beteiligten Mannschaften zugelassen”. Offenbar will man die regelmäßig anwesenden Fans der befreundeten Klubs Lok Leipzig und Rot-Weiß Erfurt verdrängen.
FCM sauer auf Polizei

Gewalttätige Auseinandersetzungen gab es aber auch zwischen Polizei und abreisenden FCM-Fans. Der Fanbeauftragte der Magdeburger, Ralf Dobberitz (”Es war ein friedliches Derby. Erstmals haben alle Absprachen mit dem HFC geklappt.”), macht dafür die eingesetzte Bundespolizei aus Blumberg bei Berlin verantwortlich. Die teils heftigen Auseinandersetzungen hätten sich im Bahnhof am extra georderten Entlastungszug entzündet. Nach Ansicht von Dobberitz verhinderte die BFE-Einheit, dass die mitgereisten FCM-Ordner die Fahrkarten kontrollieren konnten.

“Stattdessen wurden alle und jeder in den Zug gedrängt. Als der voll war, wurden die anderen Fans zum Regionalzug getrieben - und das mit äußerster Gewalt”, schimpfte Dobberitz. Die für ihre Vorgehensweise “berüchtigte Einheit” habe wahllos auf die Anhänger eingeprügelt und einige auch verletzt. Auch der FCM will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Dobberitz: “Wir sind noch dabei, Gedächtnisprotokolle zu sammeln. Unser Verein wird sich gegen solche Polizeieinsätze wehren.”

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2009, 18:11 Uhr

Und auch die Frankfurter Rundschau meldet sich zu Wort:

Halle. Nach den Attacken gewaltbereiter Fußballfans gegen die Polizei am Wochenende in Halle hat die Polizeigewerkschaft härtere Strafen gefordert. “Es muss eine Mindesthaftstrafe für Gewalt gegen Polizisten geben”, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Deutschen Polizeigewerkschaft, Wolfgang Ladebeck, am Mittwoch laut Mitteilung in Magdeburg.

“Wir reden hier von Freiheitsstrafen und nicht von Geldstrafen oder Sozialstunden.” Die Zahl der Angriffe auf Polizisten sei bundesweit in den vergangenen fünf Jahren von jährlich 20.000 auf 27.000 gestiegen.

Laut Polizei hatten mehr als 50 Gewalttäter die Beamten nach dem Regionalligaspiel Halle gegen Magdeburg in einen Hinterhalt gelockt. Sie täuschten eine Auseinandersetzung rivalisierender Fangruppen vor, um danach die angerückte Bereitschaftspolizei von mehreren Seiten anzugreifen. 16 Polizisten wurden verletzt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sprach angesichts des vorbereiteten Angriffs von einer neuen Form der Gewalt. “Das Feindbild Polizei wird massiver, das bereitet uns Sorgen”, sagte DFB-Kommunikationsdirektor Harald Stenger der “Mitteldeutschen Zeitung” (Mittwoch).

“Die verletzten Einsatzkräfte vom Samstag sind empört über die Gewalt, die sie erfahren mussten und über das mangelnde Interesse des Dienstherrn seinen Staatsdienern gegenüber. Es kann nicht sein, dass die Politik einfach zur Tagesordnung übergeht”, sagte Gewerkschafts- Chef Ladebeck. Die Polizei müsse immer mehr als Prügelknabe für allgemeinen gesellschaftlichen Frust und Zorn herhalten. (dpa)

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Copyright © FR-online.de 2009
Dokument erstellt am 30.09.2009 um 21:47:03 Uhr
Letzte Änderung am 30.09.2009 um 22:12:35 Uhr
Erscheinungsdatum 01.10.2009 | Ausgabe: d

Auch innerhalb von Foren wurde ausgiebig ausgwertet, was bleibt als Essenz des Ganzen übrig?

Mehrere Vermumte Menschen haben nach dem Spiel des HFC gegen den FCM vergangenen Samstag den Heimausgang des Kurt-Wabbel-Stadions angegeriffen.Das Besodnere: Der Angriff galt den dort stehenden Polizisten.

Meine Meinung zu dem Vorfall der ich, nebenbei gesagt, auch Augenzeuge dieses Geschehens war:

Zum Einen, und am Wichtigsten, wie ich finde, waren Ort und Zeit dieser Aktion, von welcher anzunehmen ist, dass Sie kein spontaner Wutausbruch war, vollkommen unpassend, Feuerwerk auf eigene Fans und Familien ist in keiner Weise hinnehmbar

Zum Anderen ist dies nur eine längst überfällige Reaktion auf das Verhalten der Polizei gewesen. Seit Jahren wird man als Fußballfan mit Pauschalverdächtigungen und Anschuldigen, der Aufhebung von Rechten eines jeden Bundesbürgers und mit Gewaltorgien von Uniformierten konfrontiert. Gerade an diesem Tag durfte ich nach nichtmal 100m aus meiner Haustür raus das erste Mal Personalien abgeben, meine Freunde und ich, standen unter Verdacht des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung. Weil in diesem Stadtteil (!!!) soeben eine solche geschehen war, und wir gerade 5 Personen waren, wurden wir eine Viertel Stunden lang festgehalten und unsere Personalien überprüft. Auf die Frage hin, was denn genau vorliege wurde mir nur geantwortet, dass ich “die Schnauze halten solle” oder ich sonst “nichts von dem Spiel sehen würde”. Nach 15 Minuten bekamen wir noch eine Verwarnung, dass wir “nicht nochmal auffällig werden sollten” und wurden entlassen.

Auch ein Fan des FCM beschreibt die Umgangsform der Polizei an diesem Tag, welcher beispielhaft für jedes Wochenende steht:

HFC - FCM

Angriff auf die Bullen

Aus dem Forum: ultras.ws

Sind ganz früh aus MD nach Halle mit dem Zug gefahren, am HBF MD war alles voller Team Green, jeder wurde durchsucht, bevor er einsteigen durfte. In Halle angekommen, wieder alles voller Bullen, man hatte keine Chance irgendwie rauszukommen, da die Cops alles dicht gemacht hatten. Als dann 2 Stunden später der Sonderzug ankam, konnte man sich doch mit knapp 40 Mann aus dem Staub machen und ist dann richtung Halle Innenstadt, leider kamen nach ca. 500 m sofort die Cops an, man wurde eingekesselt und gen “Fanmarsch MD” gebracht. Ein Griechisches Restaurant, welcher offen mit Wimpel und Schal des HFC geschmückt war, wurde noch von Kutten demoliert und geplündert, mittlerweile kamen dann noch Busse aus MD an, einer voll mit alten, man hörte von Rennereien in der Innenstadt, Auseinandersetzungen soll es aber nicht gegeben haben. Es machte die Runde das angeblich 160 HAL+LOK+KEF unterwegs sein sollten. Im Stadion war Stimmung auf unserer Seite schlecht, ausser Block U hat niemand bis zum 1:1 so richtig mitgezogen, schöne Choreo´s von Halle, beim 1:0 ist noch ne Leutspur in den MD Block von der Haupttribüne aus geflogen.
Nach dem Spiel sah man nur das es vor dem Hallenser Block rauchte. Man kam relativ leicht aus dem MD´ler Bullenkessel raus, sammelte sich und ging dann mit ca 60 Mann ohne Polizei Richtung Innenstadt, wo man dann irgendwann vom Helikopter gesehen wurde. Relativ schnell kamen dann mehrere Mannschaftswagen und man musste zurück zum rest des MD´ler Mob´s.Auf ner Kreuzung gab es dann nochmal Blickkontakt und 1-2Böller, mehr war nicht.
Am Bahnhof angekommen, standen hinter den Bullen wieder die “mutigen” Hallenser und Provozierten.
Die Sonderzug fuhr als erstes,der Rest mussten dann im komplett abgesperrten HBF Halle warten,als dann der Zug nach MD da war, Räumten die Bullen mit extremer Brutalität den Bahnhof, es wurde auf alles eingeprügelt, was nicht schnell genug war, auch auf Frauen. Hammer war auch, das die Bullen kein Pfeffer versprüht hatten(was durchaus weniger verletzte gegeben hätte), sondern noch provozierten, indem sie in die Hände klatschten bzw aufgefordert hatten “her zu kommen” wenn man Ärger möchte. Das Spiel ging dann bis zur Treppe, da sammelten sich dann ca 40-50 Magdeburger, war sehr geil, auf einmal riefen alle “Magdeburg Hooligans” und liefen auf die Bullen los,es gab heftige Schlägereien, haben natürlich den kürzeren gezogen, auf dem Bahnsteig, dann sehr viele Verletzte, viele Blaue Augen, cut Wunden oder Beulen im Gesicht und Zerrissene oder Blutverschmierte Kleidung. Danach wurde man noch in die Züge gedrängt und es ging ab Richtung Magdeburg.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass Gewalt Gegengewalt erzeugt. Gewaltsames Vorgehen, und TEILWEISE unrechtmäßiges/rechtswidriges Verhalten von Polizeibeamten, Staatsdienern und Ordnungshütern, kann und wird niemals dazu führen, dass die Opfer dieser Ausbrüche Schweigen werden. Der am vergangenen Samstag durchgeführte Angriff auf die Beamten zeigt, dass das Fass mehr als voll ist. Der Hass gegen die Beamten wächst und wird, wie ich glaube, nicht das letzte Mal gegen die Beamten schlagen.

Was will ich damit sagen?! - Weder heiße ich diesen Angriff gut, war das Risiko, dass unzählige Unbeteiligte verletzt werden schließlich und endlich viel zu groß. Aber weder verteufle ich die Angreifer, stellen diese sich schließlich jedes Wochenende einem System und Polizeiapparat entgegen, der weder Probleme und Hemmungen hat einem beim Verlassen des Bahnhofs, in Anbetracht von immer mehr auftauchenden Videos von Polizeigewalt, z uverkünden, dass das Fotografieren und Filmen in der Öffentlichkeit, im Rahmen der Veranstaltung, des Spiels, untersagt sei. Ich kann diese Personen nicht verurteilen, die sich denen entgegen stellen, die sie beschimpfen und beleidigen. In den Artikeln wird dargestellt, wie die “armen Polizisten” nach dem Tränengas-Angriff in ärztliche Behandlung mussten, wie oft wird einem Fußball-Fan, der am Boden liegt, von Tränengas außer Gefecht gesetzt und von Polizeiknüppeln und -tritten bearbeitet die ärztliche Versorgung vorenthalten?

Ich finde, dass hier beide Seiten einen Weg beschreiten, der dieses Ereignis nicht bei Einmaligkeit bleiben werden lässt, ist der letzte Gewaltausbruch dieser Art keine 3 Jahre her..

Dass Polizeigewalt ein Thema ist, wird immer öfter erlebt, leider kann dies selten der Öffentlichkeit bewiesen werden. Das folgende Youtube-Video beweisst hoffentlich, dass es keine Lügenmärchen sind, sondern es sich bei vielen Anschuldigungen um die traurige Wahrheit handelt..

Das Video bei Youtube, zusätzlich gibt es noch eine erklärende Seite [Link 1|Link 2 ], die auch die Hintergründe des Ereignisses darstellt.

Hier noch ein Artikel von Zoomer.. weiterlesen… »

Das war sie also, die Oberligasaison 2007/2008. Eine erfolgreiche Saison für den HFC und zum heutigen Saisonabschluss in Gera haben sich nicht nur die Fans Gedanken gemacht, wie sie der NOFV Oberliga angemessen “Auf (Nimmer-)Wiedersehen” sagen. Auch die Polizeikräfte haben heute, bei diesem schönen Wetter, ihre Sonntagsuniformen angezogen, ihre Autos udn Mopeds aus den Garagen geholt udn die HUnde Gassi geführt. Natürlich nicht, ohne vorher noch ausreichend Hass und Aggression einzuladen…

Für die HFC-Anhänger ging es im Rot-Weissen Partyzug nach Leipzig, wo man den Zug nach Gera bestieg. In Gera gab es dann die ersten kleineren Reibereien mit den Sicherheitskräften, die in höchster Alarmbereitschaft waren, sicherlich nur bedingt durch die Brisanz dieses Konfliktspiels. Irgendwie ging es dann doch zum Stadion, und nach einer gründlichen Durchsuchung fand man sich dann auch im Stadion wieder. Die Fans sahen eine erfolgreiche erste Halbzeit, bedingt durch die Hitze lies die Konzentration jedoch nach und zur Halbzeit machte sich allgemeine Mattigkeit breit. Aber die Hallenser wären ja keine Hallenser, wenn sie sich nicht Abhilfe schaffen würden: Binnen weniger Minuten tobte eine ausgelassene Wasserschlacht, welche leider nach einigen Minuten durch, na klar, die Polizei unterbunden wurde. Verständlich, waren doch die schwarz und grün Gepanzerten nicht eingeladen. So sind sie halt, schlechte Verlierer. Da ja auch einmal Wasser zum Spülen vorhanden war, schadete auch das großzügig verteilte Pfefferspray nicht mehr…

Zum Ende der 2. Halbzeit, quasi dem Ende der Saison, machten sich die Hallenser auf dem Zaun breit, um den 0:2-Sieg ihrer Mannschaft (mal wieder) zu feiern. Der spontane Platzsturm wurde zunächst unterbunden, nachdem das Tor dann geöffnet wurde, brachten die Cops kurze Abkühlung und ein paar freundschaftliche Klapse bei. Moment! Die Abkühlung war Pfefferspray aus der Familienpackung, die Klapser waren Knüppelschläge. Letzten Endes lagen sich dann doch Spieler und Fans mit Tränen in den Augen in den Armen. (Sicherlich waren auch ein paar Freudentränen dabei, der Hauptteil der Tränen waren aber mit Sicherheit dem Pfefferspray geschuldet…) Auch mit ein paar Tritten machten die Cops ihrem Unmut Luft, was schließlich dazzu führte, dass ein HFC-Fan nichtmehr zurück nach Halle fahren konnte, sondern mit Verdacht auf Rippenbruch dem Notruf übergeben wollte. Die anwesenden Vetreter der Landespolizei wiesen das Anliegen, dass eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung gemacht werden sollte (glücklicherweise ist der Vorfall ja auf Video aufgezeichnet) relativ kommentarlos zurück (”Ist nicht mein Problem”)

Letzten Endes ein doch gelungener Tag udn ein schöner Saisonabschluss. Bilanz: Mehrere Liter Pfefferspray, Bewusstlose, die glücklicherweise auch schnell wieder aufwachten (Pfefferspray=K.O.-Spray), denen die Erste Hilfe durch Polizeikräfte verwehrt wurde (”Kümmert euch selber drum”), 3 Punkte und eine geile Fahrt. Die Cops haben mal wieder gezeigt, dass A.C.A.B. noch immer stimmt, udn auch imemr stimmen wird. Solange diese Gewalttäter vom Staat befugt werden, Gewalt auszuüben (und das Lächeln auf deren Gesichtern zeigt, dass sie es nicht traurig macht), wird es immer wieder zu unschönen Szenen im Zusammenhang mit Fußball kommen. Grundrechte werden kurzerhand außer Kraft gesetzt. Traurig. Armes Deutschland…

PS: Hier gibt’s dann auch bald ein Video des Polizeieinsatzes. Entschuldigt den kurzen Wackler, ein Beamter hatte mir kurz zu verstehen gegeben, dass ich das Filmen unterbinden solle…

Seit langen ist es ein Problem, ebenso lange wird es totgeschwiegen und verdreht, dementiert oder vertuscht. Klar, es gibt gewalttätige Auseinandersetzungen am Rand von Fußballspielen. Ja, es ist sinnvoll und oft auch notwendig durch Polizeikräfte sogenannte Konfliktspiele abzusichern. Aber in den vergangenen Wochen und Monaten hat sich eins immer mehr gezeigt: Die schlimmsten Hooligans und Schläger tragen Uniform. Sie sind mit Schlagstöcken udn Pfefferspray bewaffnet und machen von diesen Waffen auch regen Gebrauch. “Es ist nur zur Gefahrenabwehr” wird immer geredet. Die Wahrheit ist, dass die Polizisten/Bullen es AUCH immer wieder provozieren. Der Alltag sieht nunmal so aus, dass die gefährlichen Fußballfans, die Bedrohung für die Öffentlichkeit, eingekesselt und unter größter Absicherung, mit Hilfe des Einsatzes von Wasserwerfern, Hubschraubern, Pferde- und Hundestaffeln und Hundertschaften von Polizeibeamten vom und zum Stadion begleitet werden.. Viel Wert wird immer darauf gelegt, dass auch ja immer alle schön geschlossen laufen. Dicht voran natürlich die Polizeikräfte. Dass es in einem solchen Gedränge zu Schubsereien kommt, ist verständlich. Wenn Polizisten dies als Angriff auf sich sehen und mit Knüppeln udn Pfefferspray reagieren, ist doch das aber nichtmehr normal!!

Erst heut wieder folgende Begebenheit. Man sitzt im Zug, die Beamten der Bundespolizei überall um sich rum. Man fragt (wirklich höflich), ob der Beamte die Abteiltür schließen kann, weil es zieht. Die Antwort: “Halt doch erstmal dein Maul, dann zieht’s auch nicht”.

Unterhaltungen dieser Art sind (leider) normal und keine Ausnahmen. Die Polizisten beschimpfen ebenso zurück. Sprüche wie “ihr Assis” oder “du Penner” sind keine Ausnahmen. Anfragen nach Dienstausweis werden alzu oft mit einem Spruch wie “den muss ich dir nicht zeigen” abgewehrt, bleibt man hartnäckig sind schnell Kollegen zur Hilfe, die eine Beamtenbeleidigung bezeugen..

Doch zurück zur Polizeigewalt. Ich war sehr erstaunt, als ich bei einem der letzten Spiele einen Polizeibeamten, bzw. dessen Knüppel gesehen hab. Anstelle der (Gummi-)Ummantlung des Schlagstocks grinste mich das nackte Holz an.. Natürlich mit entsprechenden Abnutzungserscheinungen..

Oder ein anderer Vorfall: In Chemnitz bewegte ich mich außerhalb des Kessels, um Fotos zu machen, bewegte mich aber immer in Sichtweite der Beamten. Irgendwann kommt ein Beamter zu mir, stellt mich (noch) höflich vor die Wahl entweder in den Kessel zurück zu gehen oder zu verschwinden. Mit der Antwort, dass ich mein Recht auf freie Bewegung und das Fotografieren doch ganz gern ausüben möchte, schien er nicht ganz zurecht zu kommen. Er legte den Arm um mich, den ich versuchte abzustreifen (Kuscheln mit Cops muss nicht..), das geling mir nicht, als versuchte ich es etwas energischer.. Mit dem Ergebnis, dass ich mich quasi Nase-zu-Faust davon überzeuegn konnte, dass der Polizeibeamte carbonverstärkte Handschuhe trägt. Nach einem kurzen Kommentar (”das Recht hast du hier nicht”) gesellte er sich ganz ganz schnell zurück zu seinen Kollegen, welche mich angrinsten.. Als ich daraufhin eine Strafanzeige gegen den Beamten machen wollte, gab es natürlich a) keine Zeugen und b) konnte ich den Beamten auch nicht identifizieren, weil dieser (natürlich) vermummt war..

Vorfälle dieser Art gibt es Zuhauf, hier auch noch 2 Videos vom Landespokalfinale in Magdeburg:

Wieder gut zu sehen ist, wie mehrere Polizeibeamte auf einen am Boden liegenden Fan einprügeln.. (0:40) Achso: die Flüssigkeit, die so munter rumfliegt ist kein Bier oder Wasser, sondern großzügig verteiltes Tränengas/Pfefferspray…

Ich hoffe, dass dieser Artikel einen kleinen Denkanstoss über Actio udn Reactio gibt. Die Zeit gibt uns Recht, dass Gewalt immer mit Gewalt beantwortet wird und, dass bei Spielen, selbst den sogenannten Konfliktspielen auch alles ruhig laufen kann, wenn sich BEIDE Seiten ruhig verhalten. Un dnicht enttäuschte Polizisten ihren Frust an unbewaffneten Fans auslassen.

In diesem Sinne: All Cops Are Bastards - ACAB !!!

Es gibt viel zu erzählen vom letzten Wochenende.. packen wir es an…

Samstag sollte es endlich stattfinden.. Jedes Jahr ist es ein Highlight: Das Spiel des HFC gegen die Schaben…. Bereits gegen 11.00 Uhr sollten einige Freunde aus Erfurt anreisen. Diese wurden jedoch von Polizisten festgesetzt, und nach der Feststellung der Person der Stadt verwiesen… Also mussten wir 2 Unverbesserliche aus Schkopau abholen. Dennoch schafften wir es pünktlich zu Spielbeginn ins KWS, um unsere Mannschaft anzufeuern. Stimmungstechnisch sollte, wie im Vorfeld verabredet, nichts organisiert von Seiten der Ultras kommen. Eine im Vorfeld verfasste Erklärung sollte Klarheit über die mangelnde Unterstützung und die Abwesenheit der Saalefront als Gruppe bringen. Hierin wurde auf die immernoch beschissene Gesamtsituation, die weiterhin steigede Bedrängung durch Polizei und Verein und die schlechte Gesamtverfassung aufmerksam gemacht.

Das Spiel began jedoch ruhig, die Schaben brachten ihre Ersatz-Choreo (die Original-Choreo ist kaputt gegangen) als Trauer-Zeichen für den verstorbenen Uwe (kein Witz) und die HFC-11 zeigte in den ersten 45 Minuten eine ganz passable Leistung mit unzähligen ungenutzten Chancen. Anfang der zweiten Halbzeit drückten dann einige Unverbesserliche ihren Unmut und ihre Langeweile durch das Abbrennen von Rauch und anderen pyrotechnischen Erzeugnissen aus. Kurz daraufhin schossen die Schaben ein Glückstor, was zum Endstand von 1:0 führte.

Nach Spielende bewegte sich der Mob in Richtung Haltestelle Kantstraße, wo es dann auch zu einer kurzen aber heftigen Auseinandersetzung nach Leipziger Vorbild kam. Als Resultat davon wurden ca. 100 Personen festgesetzt und deren Personalien festgestellt. Unter zivilpolizeilicher Begleitung ging es dann mit 3 Erfurtern zurück zum Bahnhof.

Zu fünft ging es dann in Richtung Erfurt, wo wir, 2 mal URW, die restlichen Hallenser abholten, um den Weg zur KEF-Party, anzutreten. Die Party verlief, entgegen meiner heimlichen Befürchtungen, ruhig und ohne Probleme. Vor allem die Band, deren Name ich leider nicht herausbekommen konnte, war klasse. Gegen Ende der Feier, inzwischen war noch 4x LOK eingetroffen, vermissten wir jedoch einen unserer Hallenser. Auch ein Lokist fehlte. Nach kurzem Telefonieren stellte sich dann heraus, dass die beiden durch eine Verkettung von Umständen im Spot waren, und dort vor kleineren Problemen standen. Also machten sich die übrigen gebliebenen Hallenser zusammen den den Lokis in Richtung Spot, um die zwei zu holen. Der Unmut, die die absehbare Verspätung durch einen Zug, den man kaum noch bekommen kann, brauche ich nicht beschreiben. Aber es zeigte sich anhand dieser Situation doch recht gut, dass ein “Einer für Alle, Alle für einen” doch eine Bedeutung hat. Kurz und knapp: Dank der Lokis bekamen wi runseren Vermissten ohne groß Aufsehen wieder und konnten Dank zweier Taxis auch den Zug nach Halle bekommen. Ich blieb noch in Erfurt…

Nachdem ich mich für ca. eine halbe Stunde auf dem Bahnhof ausgeruht hatte kamen auch schon die ersten Erfurter. Es war so gegen 5 Uhr. Um 6 fuhr dann der Zug in Richtung Halle, dem ersten Zwischenhalt auf der langen Reise nach Lübeck. Nach Umstieg in Halle und Maggidorf verließen uns auch die Polizeibegleiter, sodass wir ruhig und ohne Schutz fahren durften. Gegen 13.00 Uhr und weiteren Umstiegen in Wittenberg, Bad Kleinen und Schwerin kamen wir dann endlich in Lübeck an. Hier wurden wir natürlich wieder sofort von Polizeikräften begleitet und zum Stadion gebracht. Höchstwahrscheinlich zum Schutz der Lübecker Ultras, welches sich nicht zeigten. Im Stadion, der Gästeblock war sehr überschaubar klein aber, durch einen vom RWE gestellten Bus und die Zugbesatzung, zu meiner Überaschung gut gefüllt… Schleißlich kam es wie es kommen musste: Der RWE, der in diesem Jahr noch keinen Sieg holen konnte, holte 3 Punkte.

Auffalend hierbei ist, dass sich der Verein im letzten Jahr in ähnlicher Situation befand (kein Auswärtssieg).. Erst gegen Chemnitz, konnte diese Serie gebrochen werden. Auch bei diesem Spiel machte ich dem RWE meine Auswärtsaufwartung..

kleine Anekdote: Nach Spielende gelang es einigen, 3 EFUs, sich von der Gruppe abzusetzen, mit dem Ziel Nettigkeiten und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs auszutauschen. Kurz darauf trafen die 3(!) auch auf eine Gruppe von 40 schwarz gekleideten Ultras. Doch diese weigerten sich auf Pöbeleien zu reagieren. Auch ein angebotenes Spontan-Match (3 Erfurter gegen eine frei wählbare Zahl Lübecker) wurde mit der Begründung (Och nö.. sowas wollen wir nicht.. ) abgelehnt. Selbst die direkte Herausforderung wurde abgelehnt, und der Haufen ging seiner Wege… Sicherlich ein Grund, warum die Sicherheitsvorkehrungen im Westen Deutschlands weniger streng sind. Aber sowas nennt sich Ultras und rennt dementsprechend gewaltbereit (Home of Football gehört dort zur Standardkleidung) rum?! Wir beschlossen daraufhin den Lübecker Ultras die Bezeichnung Ultras abzuerkennen…

Schließlich ging es dann auch wieder mit dem Zug nach Hause, wurde während der Fahrt von einer netten und sympatischen Erfurterin vollgenölt (müde), gegen 21:00 lieferten einen EFU in Maggidorf ab (armer Jörgi) und gegen 22:30 war auch ich wieder zu Hause, wo ich erschöpft ins Bett fiel. Immerhin war ich seit Samstag früh um 6 wach, hatte dazwischen eine Party mit dementsprechenden Pegel hinter mir und war keine Ahnung wieviele Kilometer unterwegs. Aber ein dennoch geiles Wochenende….

Fazit: Dank an die Erfurter, die in Halle waren. Dank natürlich auch an die anwesenden Lokis. Vielleicht kümmert sich die Vereinsführung in Zukunft etwas detailierter um unsere Probleme.. Und ein Riesen-Nachteil der 3. Liga sind eindeutig die elendig langen Zugreisen… Da lob ich mir meinen HFC :-) ;-(

Links:

Bilder Lübeckfahrt

Ultras-Red-White

…. Um eines vorweg zu nehmen: Die Ereignisse des Tages haben alles bisher erlebte übertroffen. Die Bullenschikane heute hat nicht einmal vor Toten halt gemacht.. Aber der Reihe nach:

Um halb 11 sollte der Zug nach Chemnitz mit Umsteigepunkt Leipzig gehen. In Leipzig, vor einigen Wochen trauriger Schauplatz von Fußballkrawallen, erwarteten wir verstärkte Polizeibegleitung. Doch diese erwartete uns in Form von BFE-Einheiten schon am halleschen Bahnhof. Zur Erklärung: BFE steht für Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten. Diese sind darauf trainiert, grob gesagt, Aufstände niederzuschlagen und entsprechendes Beweismaterial zu sichern. Eine Truppe, mit der auf jeden Fall nicht zu spaßen ist.

Bereits am Aufgang zum Gleis erwarteten uns die ersten Körperkontrollen, und nach diesen konnte man sich dann in den Zug setzen. Nach kurzem Umsteigen in Leipzig ging es dann weiter nach Chemnitz. Das Glasflaschenverbot gehörte hier zum selbstverständlichen Rahmenprogramm, wie die Videoaufzeichnung der “Aktivitäten” im Zug.

In Chemnitz angekommen ging es sehr umfangreich eskortiert zum Stadion, wo auch die erste Einkesselung vorgenommen wurde. Wer einmal im unmittelbaren Eingangsbereich vor den Kassen war, kam dort auch nichtmehr weg. Da jedoch der Bus aus Halle ankam, der auch unsere Choreo transportierte, musste wohl oder übel eine kleine Gruppe zum Bus, was nach langen Diskussionen und der Ausweisabgabe ermöglicht war. Man bedenke: Der Bus war nur ca. 5 Meter hinter der Polizeiabsperrung und es gab keine Vorfälle, die einen solchen Sicherheitswahn gerechtfertigt hätten!! Ohne Probleme bekam ich dann wenigstens meinen Ausweis wieder.

Die erste Hälfte des Spiels wurde vorrangig durch das Zünden von pyrotechnischen Erzeugnissen auf Seiten der Chemnitzer geprägt, was zu keinem Zeitpunkt durch Sicherheitskräfte unterbunden wurde, oder wenigstens der Versuch des Unterbindens gemacht wurde. Nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit zündeten auch die Gäste, wenn auch in kleinerem Maße, einige Päckchen Rauch und es kam so etwas wie Stimmung auf. Diese wurde sofort durch die einrückenden Polizeieinheiten und den fast verschwenderischen Einsatz von Tränengas zerschlagen. Die erlaubterweise auf dem Zaun aufgehängte Fahne zur Erinnerung an einige Freunde, die vor einiger Zeit gestorben sind, wurde in diesem Zuge ebenso beschlagnahmt, wie die normale Fahne der “Sektion Weißenfels”. Dies Fahne ist etwa 2 Meter mal 2 Meter. Eine Begründung für die Beschlagnahmung dieser Fahnen gab es nicht. Um es deutlich zu sagen: Auf keinen dieser Fahnen wurde gegen die Stadionordnung, den guten Geschmack oder gar Gesetze verstoßen. Es fand keine Darstellung von rassistischen, volksverhetzenden, beleidigenden oder gewaltaufrufenden Parolen oder Symbolen statt. Nach Kontrolle durch die Polizei wurden diese Fahnen dann dem Verein ausgehändigt.

Als Reaktion auf diese schiere Schikane wollten wir dann das Stadion verlassen. Bedauerlicherweise wurde das Verlassen des Stadions durch die Polizei verboten. Beim Versuch das Stadion dennoch zu verlassen reagierte die Polizei, so doof es auch klingt, mit Schubsen, Festhalten und anderen Gewalteinwirkungen. Auf Nachfrage verweigerten die Polizisten sich auszuweisen und/oder deren Namen, Dienstgrad oder Dienstnummer zu nennen. Auch als die Situation sich entspannte wurden nur Namen an den Kopf geworfen. Folgende Beamte äußerten sich: Polizeimeister Lehmann (o.ä.) (tätlicher Angriff am Bahnhof, ich wurde gegen eine Hausecke geworfen), Herr Rüßler (o.ä.),Herr Mann (o.ä.) und Polzeiobermeister Limmbach (o.ä.) (ebenfalls Tätlichkeiten). Alle sind, laut eigenen Angaben, Beamte der sächsischen Landespolizei. Dies stellt keine Anprangerung von Einzelpersonen dar, sondern soll mehr zeigen, wie aussagebereit die Polizeikräfte sind.. Ein Rückschluss auf die einzelnen Personen ist in meinen Augen auch nicht möglich, sodass ich keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte sehe.

Als ich von weiteren Beamten die gewünschten Informationen erhalten wollte, wurde ich nur noch mit Beleidigungen, herabsetzenden Ausdrücken und Lachen abgewiesen. Höhepunkt war dann die Aufnahme MEINER Personalien und die Erteilung eines Platzverweises für einen Bereich von 5 Metern um die betreffenden Beamten. Ich bin weder handgreiflich oder tätlich, beleidigend oder ausfallend geworden. Dennoch wurde ich mit einem Platzverbot belegt und mir die Festnahme bei Widersetzung angedroht.

Nach Spielende bewegten wir uns in Richtung Bahnhof. Dieser Rückmarsch verlief wieder ruhiger, auch wenn es zwischendurch zu kurzen Wortauseinandersetzungen mit chemnitzer Fans kam. Die Heimfahrt konnten wir dann auch pünktlich antreten und erreichten um halb 7 dann auch Halle.

Fazit: Die Polizei bräuchte eigentlich neue Stiefel. In dem Maße, wie die Rechte von Bundesbürgern beim Fußball getreten werden, müssen deren alte Stiefel völlig ausgefranzt und löchrig sein. Ich hoffe, dass soviele Menschen wie möglich diesen Text lesen, und das Hinterfragen beginnt, warum es immer wieder zu Zwischenfällen im Fußball außerhalb des Stadions kommt. Weil nicht nur die Fans der beiden Mannschaften bringen ein Konfliktpotential mit; auch die Polizeikräfte, die manchmal teils offen teils verhalten verdeutlichen und zeigen, dass sie sich austoben wollen, tragen eine Teilschuld an Ausschreitungen und Zwischenfällen…

Achso, bevor ich es vergesse: Das Spiel endete 0:0. Lob an die Mannschaft, die gegen die Favoriten einen Punkt holen konnte.


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