Im Hauptbahnhof versorgten sich einige Fans in einem 24h-Shop für die 5,5h Rückreise mit Getränken und kleineren Snacks. Dies geschah unter den Augen der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern sowie der Bundespolizei und verlief somit ohne Zwischenfälle. Einige Minuten später stürmte die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit das Bahnhofsgebäude. In einer sehr aggressiven Art und Weise stieß und zerrte man nicht nur die sich dort aufhaltenden Fans sondern auch “normale” Passanten, die sich zufällig dort aufhielten, vom 24h-Shop weg. Dass die Beamten nicht ihrer Hauptaufgabe, der “Beweissicherung und der Festnahme von Straftätern.”, nachkamen, sondern mit gezielten Faust- und Schlagstockschlägen gegen Oberkörper und vor allem Kopf die Menschenmasse wie Vieh vor sich hertrieben, führte zu einer Massenpanik. Flüchtende Fans und Passanten, rannten die Treppe hinunter in das Gebäudeinnere. Wer nicht schnell genug wegkam, oder einfach nur total verwirrt die ganze Szenerie beobachtete, wurde brutal die Treppe hinunter gestoßen, geprügelt oder getreten. Eine Begründung des Einsatzes gab es von Niemandem, man wurde stattdessen angebrüllt und obwohl man schon in Bewegung war und sich vor möglichen Verletzungen schützte, bekamen diejenigen in den letzten Reihen andauernd Schläge mit dem Einsatzstock ab. Die Situation eskalierte vollends, als die ca. 150 Zugfahrer und unzählige Passanten die Treppe zum Gleis regelrecht hochgeprügelt wurden. Um das Prozedere zu beschleunigen, setzten die Beamten der BFE ein aggressives Reizgas ein, welches die Massenpanik verschärfte. Die Leute stolperten teilweise blind die Treppe hinauf; wieder kamen Einige zu Fall. Es gab sogar einen kurzzeitig Bewusstlosen auf der Treppe. Dass hier mehrere Menschenleben auf dem Spiel standen, sollte man sich ganz genau vor Augen führen! Kurze Zeit später befanden sich alle im Zug. Von mehr als 40 Verletzten, viele davon von Schlägen und Reizgas gezeichnet, wurde gesprochen. Dass das alles noch nicht reichte, zeigten die Beamten der BFE bei Abfahrt des Zuges: Hämisches Grinsen und Winken musste man sich nach dieser Hetzjagd als Fan gefallen lassen.
Wir fragen uns bei solchen Szenen ob es sich dort um Polizeibeamte oder Hooligans in Polizeiuniform handelte, wenn solche Leute scheinbar noch Spaß an ihrem gewalttätigen Handeln finden und die verletzten Fußballfans auslachen! Die begleitende Bundespolizei teilte kurz nach der Abfahrt mit, dass in Waren (Müritz) mehrere Sanitäter zur ärztlichen Versorgung bereitstehen und der Zug außerplanmäßig einen 10-minütigen Stop einlegen wird. Aus Gesprächen mit den Beamten im Zug konnte man erfahren, dass auch diese den Einsatz als vollkommen unnötig erachteten. Besonders auffällig bei dieser Räumungsaktion war das Erscheinungsbild der BFE. Sie trugen weder Schutzhelm, noch anderweitige Schutzpanzer. Man hatte das Gefühl, dass die Beamten ganz genau wussten, dass sie nicht zur Verantwortung gezogen werden. Auf ihren schwarzen Overalls waren keinerlei Identifikationszeichen zu erkennen. Im Nachhinein ist also für keinen der 40 Verletzten Fans eine Anzeige wegen (schwerer) Körperverletzung im Amt möglich.
Der beschriebene Einsatz war mehr als willkürliche Polizeigewalt. Wild gewordene Beamte, die auf alles und jeden einprügelten, als gäbe es kein geltendes Recht für diese Herrschaften. Wir verurteilen die Vorkommnisse (Feuerwerkskörper) während der Busfahrt auf das Schärfste, jedoch steht der Einsatz der BFE in keiner Relation zu den Vorfällen. Wir möchten Sie daher bitten, diese Vorfälle lückenlos aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Und zwar so, wie Sie es auch mit gewalttätigen Fußballfans tun! Ihre Aufklärung ist auch wichtig, um in den Fanszenen den, durch diese Einsätze hervorgerufenen Hass auf Polizeibeamte, nicht weiter zu schüren. Unter solchen Umständen werden immer weniger Fans die eingesetzten Beamten respektieren und ihnen vertrauen! Zeigen Sie dass wie beim Fußball auch bei der Polizei kein Platz für Gewalttäter ist!
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
Mit freundlichen Grüßen
Fanprojektbeirat der Fanclubs des Halleschen Fußballclub
